Einkommensteuererklärung für Rentner

Rent­ner sind häu­fig der Mei­nung, dass sie nicht ver­pflich­tet sind, eine Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung zu erstel­len. Dies trifft auch tat­säch­lich für viele Rent­ner zu. Es gibt jedoch eine große Anzahl von Rent­nern, die ent­we­der gesetz­lich ver­pflich­tet sind oder für die es steu­er­lich von Vor­teil ist, eine Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung zu erstel­len.

Eine gesetz­li­che Ver­pflich­tung zur Erstel­lung der Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung besteht immer dann, wenn neben der Rente wei­tere Ein­künfte erzielt wer­den, die dazu füh­ren, dass das steu­er­pflich­tige Ein­kom­men den Grund­frei­be­trag in Höhe von z. B. € 8.472 in 2015 über­schrei­tet. Sie als Rent­ner kön­nen dies jedoch im All­ge­mei­nen nicht selbst ermit­teln, weil die Rente nicht im vol­len Umfang, son­dern nur teil­weise steu­er­pflich­tig ist. Noch kom­pli­zier­ter wird es, wenn Sie nicht nur gesetz­li­che Rente bezie­hen son­dern wei­tere Ren­ten, z. B. aus betrieb­li­cher Alter­ver­sor­gung oder pri­vate Ren­ten.

Über­schrei­tung des Grund­frei­be­tra­ges

Der Grund­frei­be­trag kann z. B. über­schrit­ten wer­den, wenn neben der Rente Miet­ein­nah­men oder Ein­künfte aus selb­stän­di­ger Tätig­keit erzielt wer­den.

In allen die­sen Fäl­len ist es mög­lich, dass Sie als Rent­ner Steu­er­nach­zah­lun­gen und auf Grund die­ser Nach­zah­lun­gen dann auch Vor­aus­zah­lun­gen leis­ten müs­sen. Denn Miet­ein­künfte und Ein­künfte aus selb­stän­di­ger Tätig­keit sind noch nicht ver­steu­ert.

Oder Sie erzie­len Ein­künfte aus Kapi­tal­ver­mö­gen und die Kapi­tal­er­trag­steuer ist höher als Ihr per­sön­li­cher Steu­er­satz.

Ein­künfte aus Kapi­tal­ver­mö­gen

Vor­teil­haft kann eine Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung für Sie als Rent­ner dann sein, wenn Sie Ein­künfte aus Kapi­tal­ver­mö­gen erzie­len, von denen Kapi­tal­er­trag­steuer abge­zo­gen wurde. Denn diese Ein­künfte aus Kapi­tal­ver­mö­gen wer­den nach Abzug von Spa­rer­pausch­be­trag und Wer­bungs­kos­ten­frei­be­trag der 25 %igen Abgel­tungs­steuer unter­wor­fen, zu der dann noch ein­mal Soli­da­ri­täts­zu­schlag in Höhe von 5,5 % sowie Kir­chen­steuer hin­zu­kom­men. Soli­da­ri­täts­zu­schlag und Kir­chen­steuer wer­den pro­zen­tual von der Abgel­tungs­steuer berech­net.

Erzie­len Sie als Rent­ner neben der Rente und den Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen jedoch keine wei­te­ren Ein­künfte, müs­sen Sie mög­li­cher­weise Ihre Kapi­tal­ein­künfte gar nicht oder nur zu einem gerin­ge­ren Pro­zent­satz ver­steu­ern. In die­sem Fall zahlt Ihnen der Fis­kus bei Erstel­lung einer Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung die zuviel gezahlte Steuer zurück. Sie erhal­ten eine Erstat­tung.

Wie Sie aus die­sem kur­zen Text ent­neh­men kön­nen: ein­fach lässt sich die­ser Sach­ver­halt lei­der nicht dar­stel­len. Unser deut­sches Steu­er­recht ist bedau­er­li­cher­weise so kom­pli­ziert, dass Sie auch bei rela­tiv gerin­gen Ein­kom­mens– oder Steu­er­be­trä­gen meist auf kom­pe­tente Unter­stüt­zung ange­wie­sen sind, um Ihren steu­er­li­chen Pflich­ten zu genü­gen oder Steu­er­vor­teile zu nut­zen.