Der GmbH – Gesellschaftsvertrag

Der Gesell­schafts­ver­trag – wich­tigste Grund­lage der Tätig­keit einer GmbH

Der GmbH-​​Gesellschaftsvertrag, auch Sat­zung genannt, ist neben dem Geschäftsführer-​​Anstellungsvertrag die wich­tigste Grund­lage für die Tätig­keit einer GmbH. Ins­be­son­dere, wenn die GmbH meh­rere Gesell­schaf­ter hat, muss der Gesell­schafts­ver­trag alle wesent­li­chen Aspekte der Zusam­men­ar­beit der Gesell­schaf­ter regeln.

Aber er dient nicht nur dazu, die Zusam­men­ar­beit zu regeln. Er ist das wich­tigste Instru­ment mit des­sen Hilfe die Gesell­schaf­ter sich vor dem Zusam­men­schluss zur Gesell­schaft dar­über eini­gen kön­nen, in wel­cher Weise, mit wel­chen Rech­ten und Pflich­ten sie zusam­men­ar­bei­ten wol­len. Denn ein gut ent­wor­fe­ner Gesell­schafts­ver­trag und eine gute Bera­tung bei der Erar­bei­tung des gemein­sa­men Gesell­schafts­ver­tra­ges sind der beste Anlass, sich klar dar­über zu wer­den, wie die Zusam­men­ar­beit aus­se­hen soll. Alles was man vor der Zusam­men­ar­beit klä­ren konnte und gemein­sam ent­schie­den hat – dazu steht man dann auch in schwie­ri­gen Situa­tio­nen.

Wich­tige steu­er­li­che Aspekte des Gesell­schafts­ver­trags

  • Bestim­mun­gen, ob die Gesell­schafts­an­teile unent­gelt­lich über­tra­gen, d.h. geschenkt wer­den dür­fen, gehö­ren in den Gesell­schafts­ver­trag.
  • Ebenso wich­tig für die Mit­ge­sell­schaf­ter ist es zu regeln, wie vor­zu­ge­hen ist, wenn ein Gesell­schaf­ter seine Anteile ver­kau­fen möchte. Denn meist haben die ver­blei­ben­den Gesell­schaf­ter kein Inter­esse, dass eine fremde Per­son in die Gesell­schaft ein­tritt. Hier besteht Rege­lungs­be­darf.
  • Auch was im Falle des Todes eines Gesell­schaf­ters mit den Antei­len zu gesche­hen hat, muss gere­gelt wer­den, denn dies kann steu­er­li­che Aus­wir­kun­gen haben
  • Wei­ter­hin gehö­ren Rege­lun­gen zur Kün­di­gung der Gesell­schaft ebenso in den Gesell­schafts­ver­trag, wie Gründe, die die Mit­ge­sell­schaf­ter berech­ti­gen einen Gesell­schaf­ter aus der Gesell­schaft aus­zu­schlie­ßen.
  • Die Ermitt­lung der Höhe der Abfin­dung, die für die Über­tra­gung von Gesell­schafts­an­tei­len unter Gesell­schaf­tern zu zah­len ist, kann und sollte im Gesell­schafts­ver­trag gere­gelt wer­den.
  • Außer­dem muss gere­gelt wer­den, zu wel­chen Geschäf­ten der Geschäfts­füh­rer die Zustim­mung der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung ein­ho­len muss und wel­che Mehr­hei­ten bei Gesell­schaf­ter­be­schlüs­sen erfor­der­lich sind.

Der GmbH-​​Gesellschaftsvertrag im Kon­text von Lebens­ri­si­ken

Lässt sich ein GmbH-​​Gesellschafter schei­den, kann durch den im Rah­men der Schei­dung meist erfor­der­li­chen Zuge­winn­aus­gleich ein hoher Geld­be­darf bei dem Gesell­schaf­ter ent­ste­hen. Ins­be­son­dere dann, wenn der Wert der GmbH wäh­rend der Ehe stark ange­stie­gen ist, besteht die Gefahr von Zuge­winn­aus­gleichs­zah­lun­gen an den Ehe­gat­ten, obwohl der Wert des Unter­neh­mens in Geld nicht vor­han­den ist.

Der GmbH-​​Gesellschaftsvertrag bie­tet die Mög­lich­keit, die Gesell­schaf­ter zu ver­pflich­ten, einen Ehe­ver­trag zu schlie­ßen, der die­sem Risiko vor­beugt. In die­sem Ehe­ver­trag kann ein modi­fi­zier­ter Zuge­winn­aus­gleich ver­ein­bart wer­den, der – ohne den Ehe­gat­ten unge­bühr­lich zu benach­tei­li­gen – die Gesell­schaft vor hohem Geld­be­darf eines Gesell­schaf­ters bei Schei­dung schützt.

Auch für die wei­te­ren Lebens­ri­si­ken – Hand­lungs­un­fä­hig­keit und Tod – sollte der Gesell­schafts­ver­trag vor­sor­gen. Die Gesell­schaf­ter kön­nen im Gesell­schafts­ver­trag ver­pflich­tet wer­den, ein auf die Todes­fall­re­ge­lung im Gesell­schafts­ver­trag abge­stimm­tes Tes­ta­ment zu errich­ten. Auch eine Vor­sor­ge­voll­macht an eine Ver­trau­ens­per­son für die Ver­tre­tung in der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung kann eine wich­tige Vor­sor­ge­maß­nahme sein.