Die GmbH in der Krise

Ursa­chen der Krise einer GmbH

Jedes Unter­neh­men, auch die Kapi­tal­ge­sell­schaft, kann in eine exis­tenz­be­dro­hende Krise gera­ten, oft genug ohne jeg­li­che Ver­ur­sa­chung durch die Geschäfts­füh­rung. Wie wir in der Finanz– und Euro­krise wie­der sehen muss­ten, sind es immer wie­der auch externe Ursa­chen – inter­na­tio­nale poli­ti­sche und kon­junk­tu­relle Ent­wick­lun­gen – die zu einer Krise füh­ren. Kon­krete Insol­venzur­sa­chen kön­nen ent­we­der die Über­schul­dung der Gesell­schaft bei nega­ti­ver Fort­füh­rungs­pro­gnose sein oder aber Zah­lungs­un­fä­hig­keit, Illi­qui­di­tät, unab­hän­gig von einer Über­schul­dung. Eine Über­schul­dungs­bi­lanz zu Liqui­da­ti­ons­wer­ten, bzw. eine Liquiditätsbilanz/​Finanzstatus mit dar­auf auf­bau­en­dem Finanz­plan, müs­sen in einer sol­chen Situa­tion kurz­fris­tig erstellt wer­den.

Erhalt des Stamm­ka­pi­tals

Die wesent­li­che Pflicht des Geschäfts­füh­rers ist die lau­fende Über­wa­chung der Finanz– und Ver­mö­gens­lage der Gesell­schaft. Denn nur wenn Sie als Geschäfts­füh­rer die Finanz– und Ver­mö­gens­lage Ihrer Gesell­schaft lau­fend über­wa­chen, kön­nen Sie sich eine Mei­nung dar­über bil­den, ob das Stamm­ka­pi­tal noch in vol­lem Umfang erhal­ten ist. Spä­tes­tens bei Ver­lust der Hälfte des Stamm­ka­pi­tals muss der Geschäfts­füh­rer die Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung infor­mie­ren und Sanie­rungs­vor­schläge machen. Bei Ver­lust des gesam­ten Stamm­ka­pi­tals besteht der­zeit nur dann keine Insol­venz­an­trags­pflicht, wenn die Liqui­di­tät gesi­chert und eine rea­lis­ti­sche posi­tive Fort­füh­rungs­pro­gnose für die Gesell­schaft mög­lich ist. In jedem Fall hat der Geschäfts­füh­rer eine Sanie­rungs­pflicht, um die Bestands­ge­fähr­dung des Unter­neh­mens zu über­win­den.

Con­trol­ling zur Kri­sen­prä­ven­tion

Doch bereits vor der Krise kön­nen Sie eini­ges tun, um bedroh­li­che Kri­sen zu ver­mei­den oder auf­zie­hende Kri­sen zumin­dest abzu­mil­dern. Erste und wich­tigste Maß­nahme, Vor­aus­set­zung für alle wei­te­ren, ist ein gut orga­ni­sier­tes Controlling-​​System im Unter­neh­men. Im Mit­tel­stand sind dies u. a. die betriebs­wirt­schaft­li­chen Aus­wer­tun­gen auf der Grund­lage einer Qua­li­täts­buch­hal­tung. Dies erfor­dert, dass nicht nur steu­er­lich son­dern auch betriebs­wirt­schaft­lich kor­rekt, voll­stän­dig und aus­sa­ge­fä­hig gebucht wird. Dane­ben gibt es wei­tere wich­tige Reportings, die teils im Rah­men der Finanz­buch­hal­tung zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, teils auch außer­halb der Finanz­buch­hal­tung erstellt wer­den soll­ten. Wird keine Qua­li­täts­buch­hal­tung durch­ge­führt, ist die so wich­tige betriebs­wirt­schaft­li­che Aus­wer­tung als Controlling-​​Instrument unge­eig­net – was lei­der immer wie­der vor­kommt.

Mit Qua­li­täts­buch­hal­tung sind für Sie als Geschäfts­füh­rer einer GmbH oder UG (haf­tungs­be­schränkt) bzw. als Vor­stand einer AG die betriebs­wirt­schaft­li­chen Aus­wer­tun­gen und Reports zen­trale Con­trol­ling­in­stru­mente. Sie geben Ihnen als Geschäfts­füh­rer die Mög­lich­keit, eine auf­zie­hende Krise früh­zei­tig zu erken­nen. Und je frü­her Sie erken­nen, dass die Ver­hält­nisse Ihres Unter­neh­mens sich geän­dert haben, desto frü­her kön­nen Sie Gegen­maß­nah­men ergrei­fen und Ihr Unter­neh­men sichern.

Kri­sen­prä­ven­tion durch Steu­er­pla­nung

Eine die­ser Maß­nah­men zur Unter­neh­mens­si­che­rung ist die lau­fende unter­jäh­rige Steu­er­pla­nung – lei­der in vie­len Fäl­len unüb­lich. Dies führt dazu, dass häu­fig ent­we­der zu viel oder zu wenig Kör­per­schaft– und Gewer­be­steuer vor­aus gezahlt wird. Bei­des kann jedoch für die Gesell­schaft zu einer bedroh­li­chen Liqui­di­täts­klemme füh­ren. Nur wenn aus­sa­ge­fä­hige betriebs­wirt­schaft­li­che Aus­wer­tun­gen aus der Qua­li­täts­buch­hal­tung Ihnen monat­lich Infor­ma­tio­nen geben, die einer Zwi­schen­bi­lanz nahe kom­men, ist auch eine ver­nünf­tige Steu­er­pla­nung mög­lich. Denn in der Krise ist es wich­tig, den Über­blick zu behal­ten, ob die Kör­per­schaft– und Gewerbesteuer-​​Vorauszahlungen noch ange­mes­sen sind. Bei stark rück­läu­fi­gen Gewin­nen muss meist ein Antrag auf Her­ab­set­zung der Vor­aus­zah­lun­gen gestellt wer­den. Diese Her­ab­set­zung der Vor­aus­zah­lun­gen trägt dann auch dazu bei, die Liqui­di­tät des Unter­neh­mens zu sichern.