Komplizierte steuerliche Anforderungen an die GmbH

Das Steu­er­recht der Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten GmbH und UG (haf­tungs­be­schränkt) ist neben dem Steu­er­recht gemein­nüt­zi­ger Ver­eine eines der kom­pli­zier­tes­ten und dem Laien beson­ders fremd. Denn die Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten GmbH und UG (haf­tungs­be­schränkt) sind soge­nannte juris­ti­sche Per­so­nen, die in ihrer Exis­tenz unab­hän­gig sind von den Gesell­schaf­tern. Selbst wenn der/​die Gesell­schaf­ter vor­her ein Ein­zel­un­ter­neh­men oder eine Per­so­nen­ge­sell­schaft geführt haben, die dann in die Kapi­tal­ge­sell­schaft ein­ge­bracht wurde, gel­ten mit GmbH-​​Gründung oder Grün­dung der UG (haf­tungs­be­schränkt) völ­lig andere Besteue­rungs­re­geln als beim Ein­zel­un­ter­neh­men oder der Per­so­nen­ge­sell­schaft.

Wie unter frem­den Drit­ten“

Ein Bei­spiel: Wäh­rend der Unter­neh­mer eines Ein­zel­un­ter­neh­mens bzw. die Gesell­schaf­ter einer Per­so­nen­ge­sell­schaft Geld belie­big zwi­schen sich selbst als Privatperson/​en und dem Unter­neh­men hin und her schie­ben kön­nen, ist dies bei der GmbH nicht mög­lich. Jede Geld­be­we­gung zwi­schen GmbH und Gesell­schaf­ter bzw. Gesellschafter-​​Geschäftsführer muss wie folgt ver­ein­bart wer­den:

  • Vorab
    „Vorab“ bedeu­tet, dass steu­er­recht­lich keine Rück­wir­kung von Ver­trä­gen mög­lich ist, wäh­rend zivil­recht­lich Ver­träge münd­lich mit Rück­wir­kung abge­schlos­sen wer­den kön­nen. Diese wer­den jedoch steu­er­recht­lich nicht aner­kannt.
  • Schrift­lich
    Wäh­rend zivil­recht­lich Ver­träge münd­lich abge­schlos­sen wer­den kön­nen, wer­den diese ledig­lich münd­lich geschlos­se­nen Ver­träge steu­er­recht­lich von der Finanz­ver­wal­tung nicht aner­kannt. Denn der münd­li­che Ver­trags­ab­schluss ist zwangs­läu­fig nicht nach­weis­bar. Alle Ver­träge zwi­schen GmbH und ihrem Gesell­schaf­ter, bzw. Gesellschafter-​​Geschäftsführer, müs­sen des­halb zwin­gend schrift­lich abge­schlos­sen wer­den, damit die Finanz­ver­wal­tung sie aner­kennt.
  • Wie unter frem­den Drit­ten
    „Wie unter frem­den Drit­ten“ bedeu­tet, dass der Gesell­schaf­ter oder Gesellschafter-​​Geschäftsführer für seine Leis­tun­gen für die GmbH kein höhe­res Ent­gelt erhal­ten darf, als dies „unter frem­den Drit­ten“ üblich ist. Dies gilt sowohl für den Anstel­lungs­ver­trag als auch für Miet-​​, Pacht – oder sons­tige Ver­träge und auch für Dar­le­hens­ver­träge. Und es gilt auch für die Ver­träge, die mit dem Gesell­schaf­ter nahe­ste­hen­den Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen geschlos­sen wer­den. Natür­lich bie­ten der­ar­tige Ver­träge den­noch einen Gestal­tungs­spiel­raum – unter Berück­sich­ti­gung der Tat­sa­che, dass sie im Falle der Betriebs­prü­fung einer kri­ti­schen Prü­fung auf Ange­mes­sen­heit und Üblich­keit unter­wor­fen wer­den.

Ver­deckte Gewinn­aus­schüt­tun­gen ver­mei­den

Ergeb­nis einer steu­er­li­chen Betriebs­prü­fung durch die Finanz­ver­wal­tung kann dann sein, dass gewisse Leis­tun­gen der GmbH an ihren Gesellschafter-​​Geschäftsführer als über­höht und damit als soge­nannte ver­deckte Gewinn­aus­schüt­tung dekla­riert wer­den. Dies hat zur Folge, dass die an den Gesell­schaf­ter gezahl­ten Leis­tun­gen bei der GmbH den­noch als Gewinn nach­träg­lich zu ver­steu­ern sind. In einer wirt­schaft­lich schwie­ri­gen Situa­tion ist eine der­ar­tige unge­plante Steu­er­nach­zah­lung, zzgl. 6 % Ver­zugs­zin­sen pro Jahr, ein hohes Risiko für die GmbH.