Wichtige Fragen in der Gründungsphase der GmbH

Bar– oder Sach­grün­dung?

Grund­sätz­lich kann das Stamm­ka­pi­tal der Gesell­schaft ent­we­der in Geld oder aber in Form einer Sach­ein­lage erbracht wer­den. Wäh­rend eine Bar­grün­dung unpro­ble­ma­tisch ist, kom­pli­ziert jedoch die Erbrin­gung des Stamm­ka­pi­tals als Sach­ein­lage die Grün­dung erheb­lich. Denn ein Wirt­schafts­prü­fer muss als Gut­ach­ter bestä­ti­gen, dass die ein­ge­brachte Sache oder das ein­ge­brachte Unter­neh­men tat­säch­lich den im Gesell­schafts­ver­trag genann­ten Wert hat. Und das Han­dels­re­gis­ter über­prüft dann noch die­ses Gut­ach­ten und ist berech­tigt und ver­pflich­tet die Ein­tra­gung zu ver­wei­gern, wenn es der Über­zeu­gung ist, dass der im Gesell­schafts­ver­trag ange­ge­bene Wert nicht zutref­fend ist. Die­ser Pro­zess kann Monate dau­ern. In die­ser gesam­ten Zeit greift die Haf­tungs­be­schrän­kung der GmbH nicht. Außer­dem ent­ste­hen hier­durch erheb­li­che Mehr­kos­ten. Wir raten des­halb grund­sätz­lich von die­sem Weg ab.

Ein­brin­gung des Ein­zel­un­ter­neh­mens oder der Per­so­nen­ge­sell­schaft

Häu­fig wird jedoch eine GmbH erst dann gegrün­det, wenn das bereits vor­her beste­hende Ein­zel­un­ter­neh­men oder die Per­so­nen­ge­sell­schaft meh­rere Jahre erfolg­reich gewirt­schaf­tet hat. Das Risiko ist ange­stie­gen; man ver­fügt inzwi­schen über das not­wen­dige Kapi­tal und die Haf­tungs­be­schrän­kung soll in Anspruch genom­men wer­den. Auch in die­sem Fall ist zu emp­feh­len, die GmbH als Bar­grün­dung zu grün­den. Das Ein­zel­un­ter­neh­men, bzw. die Per­so­nen­ge­sell­schaft kann dann per Ein­brin­gungs­ver­trag gegen Gewäh­rung von Gesell­schafts­rech­ten (Erhö­hung des Stamm­ka­pi­tals) in die GmbH ein­ge­bracht wer­den. Ein Teil­be­trag des ein­ge­brach­ten Wer­tes kann der GmbH als Dar­le­hen des Gesell­schaf­ters zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Die nota­ri­elle Ände­rung des Gesell­schafts­ver­tra­ges ist wegen der Erhö­hung des Stamm­ka­pi­tals erfor­der­lich.

Manch­mal wird jedoch der Weg gewählt, das Per­so­nen­un­ter­neh­men zu liqui­die­ren und die GmbH völ­lig neu zu grün­den. Die­ser Weg ist jedoch mit – nicht uner­heb­li­chen – steu­er­li­chen Risi­ken sowie mit unter­neh­me­ri­schen Nach­tei­len ver­bun­den. Hat das Ein­zel– oder Per­so­nen­un­ter­neh­men Wirt­schafts­gü­ter in sei­nem Besitz, kann die Liqui­da­tion des Unter­neh­mens steu­er­lich die Ent­nahme die­ser Wirt­schafts­gü­ter in das Pri­vat­ver­mö­gen zur Folge haben. Dies gilt auch für selbst­ge­schaf­fene Wirt­schafts­gü­ter. Auf diese Ent­nahme kann Umsatz­steuer ent­ste­hen. Außer­dem kann ein Auf­ga­be­ge­winn ent­ste­hen, der eben­falls steu­er­pflich­tig ist. Hat das Unter­neh­men einen Gewinn erwirt­schaf­tet, ist es denk­bar, dass die Finanz­ver­wal­tung einen Fir­men­wert fest­setzt, der eben­falls als ent­nom­men gilt und steu­er­pflich­tig ist. Diese Risi­ken in Kauf zu neh­men ist völ­lig unnö­tig. Die Bar­grün­dung der GmbH und Ein­brin­gung des Per­so­nen­un­ter­neh­mens (Ein­zel­un­ter­neh­men, GbR, OHG), gegen Gewäh­rung von Gesell­schafts­rech­ten sowie Hin­gabe eines Gesell­schaf­ter­dar­le­hens, ist meist die Lösung der Wahl.

Vor­grün­dungs­ge­sell­schaft

Grün­den meh­rere Per­so­nen gemein­sam eine Kapi­tal­ge­sell­schaft, z.B. eine GmbH oder UG (haf­tungs­be­schränkt), so ent­steht mit der Ent­schei­dung für die gemein­same Grün­dung die soge­nannte Vor­grün­dungs­ge­sell­schaft. Diese ist eine Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts bei der für alle finan­zi­el­len Ent­schei­dun­gen volle – nicht antei­lige! – per­sön­li­che Haf­tung der Gesell­schaf­ter besteht. Diese Vor­grün­dungs­ge­sell­schaft ist mit der Ent­ste­hung der GmbH i.G. durch Pro­to­kol­lie­rung des Gesell­schafts­ver­tra­ges und Anmel­dung beim Han­dels­re­gis­ter been­det.

Grün­dungs­kos­ten

Die Grün­dungs­kos­ten set­zen sich übli­cher­weise aus den Hono­ra­ren für Ent­wurf und Pro­to­kol­lie­rung des Gesell­schafts­ver­tra­ges sowie den Kos­ten, die bei Notar und beim Han­dels­re­gis­ter für die Ein­tra­gung der Gesell­schaft sowie die Beru­fung und Ein­tra­gung des Geschäfts­füh­rers ins Han­dels­re­gis­ter ent­ste­hen. Bei Grün­dung mit Mus­ter­sat­zung – von der bei Mehr-​​Personen-​​Gesellschaften drin­gend abzu­ra­ten ist – kön­nen die Kos­ten ver­rin­gert wer­den. Ein indi­vi­du­el­ler Ver­trag ist dabei jedoch nicht mög­lich.

Gewer­be­an­mel­dung und Fra­ge­bo­gen zur steu­er­li­chen Erfas­sung

Auch die Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten – GmbH, UG (haf­tungs­be­schränkt) oder AG – müs­sen beim Gewer­be­amt ange­mel­det wer­den. Das Gewer­be­amt mel­det dann die Grün­dung an das Finanz­amt, das dem Geschäfts­füh­rer der Gesell­schaft den Fra­ge­bo­gen zur steu­er­li­chen Erfas­sung zusen­det. Die­ser ist inner­halb einer Frist von 4 Wochen aus­zu­fül­len und lie­fert der Finanz­ver­wal­tung alle für die Besteue­rung erfor­der­li­chen Infor­ma­tio­nen über die Gesell­schaft und die Gesell­schaf­ter.

Mit der Beant­wor­tung die­ses Fra­ge­bo­gens zur steu­er­li­chen Erfas­sung legen Sie die Grund­la­gen für die Besteue­rung Ihrer GmbH. Des­halb ist drin­gend zu emp­feh­len, beim Aus­fül­len einen kom­pe­ten­ten Steu­er­be­ra­ter, der Erfah­rung mit Exis­tenz– und GmbH-​​Gründungen hat, hin­zu­zu­zie­hen.